Vitamin D: Wann Sie es extra nehmen sollten

Vitamin-D-Präparate füllen ganze Drogerie- und Apothekenregale. Doch wer profitiert tatsächlich von der Einnahme? Und für wen ist sie überflüssig oder sogar schädlich? Ein Faktencheck für alle, die es genau wissen wollen.
Vitamin D nimmt eine Sonderstellung bei den Vitaminen ein: Anders als echte Vitamine kann unser Körper Vitamin D selbst herstellen – vorausgesetzt, unsere Haut bekommt genug Sonnenlicht ab. Das braucht es nämlich dafür. Ansonsten enthalten nur wenige Lebensmittel wie fettreiche Fische, Eier oder Pilze nennenswerte Mengen. Der Körper wandelt Vitamin D in ein aktives Hormon um, das Calcitriol, das für gesunde Knochen, ein starkes Immunsystem und viele weitere Körperfunktionen wichtig ist.
Wann entsteht ein Vitamin-D-Mangel?
Bestimmte Personengruppen können unzureichend mit Vitamin D versorgt sein: wer sich beispielsweise nur selten draußen aufhält, immer hohen Lichtschutzfaktor benutzt sowie eine dunkle Hautfarbe hat und in nördlichen Breiten lebt.
Schwerer Mangel führt zu Knochenerweichung; bei Kindern zu Rachitis und bei Erwachsenen zu Osteomalazie, leichterer Mangel begünstigt Osteoporose. Das kann bei Frauen rund um die Wechseljahre ein Thema sein. Zudem wird Vitamin-D-Mangel mit Immunschwäche, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen Beschwerden in Verbindung gebracht – wobei nicht in allen Fällen ein ursächlicher Zusammenhang bewiesen ist. Aus diesem Grund sollten Sie ärztlich abklären lassen, ob Sie womöglich unterversorgt sind.
Für wen ist Vitamin D unverzichtbar?
Säuglinge und Kinder: Die Vitamin-D-Gabe im Säuglingsalter zur Rachitis-Vorbeugung zählt zu den erfolgreichsten Präventionsmaßnahmen überhaupt. Auch für ältere Kinder und Jugendliche wird heute eine Supplementierung empfohlen, da ausreichend Bewegung im Freien hierzulande oft zu kurz kommt.
Schwangere: In Deutschland erhalten Schwangere standardmäßig Kombipräparate mit Jod, Folsäure und Vitamin D – eine sinnvolle Vorsorgemaßnahme.
Hochbetagte Menschen: Im Alter produziert die Haut weniger Vitamin D, zudem halten sich viele ältere Menschen seltener draußen auf. Studien zeigen: Vitamin D kann bei Senioren dazu beitragen, dass Stürze und Knochenbrüche verhindert werden und die Sterblichkeit senken.
Besondere Risikogruppen: Menschen mit dunkler Haut in nördlichen Breiten, Beschäftigte mit Nachtschicht, Personen mit verhüllender Kleidung aus kulturellen Gründen sowie Menschen mit bestimmten Erkrankungen wie Osteoporose oder Magen-Darm-Problemen profitieren nachweislich von einer Supplementierung. Wenn Sie betroffen sind, sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Bei gesunden Erwachsenen mit normaler Lebensweise, die sich auch an der frischen Luft abspielt, konnte keine positive Wirkung auf Knochenbrüche, Stürze, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Infektionen nachgewiesen werden. Eine allgemeine Empfehlung zur Einnahme gibt es für diese Gruppe daher nicht.
Vitamin D vorbeugend einnehmen?
Es spricht nichts gegen eine vorbeugende Einnahme im Rahmen der persönlichen Gesundheitsvorsorge – zu diesem Schluss kommt die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e.V. Denn bei richtiger Dosierung ist das unbedenklich.
Zu viel Vitamin D kann allerdings gefährlich werden: Überhöhte Dosen erhöhen den Kalziumspiegel im Blut und können zu Gefäß- und Nierenverkalkungen führen. Paradoxerweise kann eine Überdosierung sogar den Knochenabbau fördern und das Bruchrisiko erhöhen – selbst wenn die Blutwerte noch normal erscheinen.
Wer Vitamin D extra einnehmen möchte, kann 800 bis maximal 3.000 Einheiten täglich einnehmen, üblich sind 1.000 Einheiten (25 µg). Wichtig: Die tägliche Einnahme ist besser als hochdosierte Gaben in größeren Abständen. Und ganz egal, ob Sie Vitamin D einnehmen oder nicht: Bewegung an der frischen Luft ist immer gut und gesundheitsfördernd.
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