Klartext mit: Michael Knaup

Seit dem 1. Januar 2026 ist Michael Knaup neuer Vorstandsvorsitzender der DEVK. Wir haben nachgefragt, was ihm beim Thema Gesundheit besonders wichtig ist und was die Verbindung zwischen der DEVK und der BAHN-BKK so besonders macht.

Michael Knaup
Vorstandsvorsitzender DEVK

pulsprivat: Herr Knaup, die BAHN_BKK und die DEVK gehören zu den DBplus-Partnern und sind auch historisch eng miteinander verbunden. Was macht diese Partnerschaft für Sie so besonders?
Michael Knaup: Die Verbindung zwischen der BAHN-BKK und der DEVK geht weit über eine klassische Partnerschaft hinaus. Unsere Unternehmen wurden als Hilfsvereine im 19. Jahrhundert gegründet, um Eisenbahner und ihre Familien abzusichern. Seither sind wir betriebliche Sozialpartner der Deutschen Bahn. Wir verfolgen ein gemeinsames Ziel: den Mitarbeitenden der DB einen echten Mehrwert zu bieten.
Die BAHN-BKK und die DEVK komplettieren sich dabei hervorragend – die eine im Bereich Gesundheit, die andere im Bereich des ergänzenden Versicherungsschutzes. Wir beide verstehen uns als verlässliche Begleiter der DB-Beschäftigten und ihrer Familien und tragen mit unseren Leistungen zur sozialen Absicherung und Gesundheitsversorgung bei.
Auch unser Werteverständnis eint uns: Als gesetzliche Krankenkasse und als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit handeln wir konsequent mitgliederorientiert. Das heißt, wir stellen die Interessen unserer Mitglieder und Versicherten in den Mittelpunkt unseres Handelns. Das macht für mich unsere Partnerschaft auch so besonders: die Kombination aus geteilter Tradition, gelebter Mitgliederorientierung und dem gemeinsamen Auftrag für die Beschäftigten der Deutschen Bahn.
pulsprivat: Was muss eine Versicherung wie die DEVK für ihre Kunden heute leisten?
Michael Knaup: Eine Versicherung wie die DEVK muss heute weit mehr leisten als die reine Regulierung von Schäden. Mitglieder und Versicherte erwarten von uns vor allem Einfachheit, Schnelligkeit, Transparenz und persönliche Betreuung. Ich habe selbst lange im Telefonservice gearbeitet und weiß: Menschen möchten von Menschen betreut werden – besonders in kritischen Momenten wie einem Schadenfall. Denn dann zeigt sich für Kundinnen und Kunden der wahre Wert einer Versicherung.
In der Schadenregulierung sind vor allem kurze Bearbeitungszeiten, eine transparente Kommunikation über den Bearbeitungsstand und nachvollziehbare Entscheidungen wichtig. Auch die selbstständige Erfassung eines Schadens gewinnt an Bedeutung.
pulsprivat: Sie sind Mitglied im Verwaltungsrat der BAHN-BKK. Wie können DEVK und BAHN-BKK das Thema Gesundheit gemeinsam vorantreiben?
Michael Knaup: Ich bin überzeugt davon, dass wir Gesundheit ganzheitlich denken müssen. Dazu gehören Prävention und Vorsorge genauso wie eine gute Versorgung bei und Begleitung nach einer Erkrankung. Genau hier können die BAHN-BKK und wir als DEVK unsere Stärken miteinander verbinden. Die BAHN-BKK bietet als gesetzliche Krankenkasse eine starke Basis für die gesundheitliche Versorgung ihrer Mitglieder und Versicherten. Mit unseren Angeboten im Bereich der privaten Vorsorge und der Zusatzabsicherung können wir diese Leistungen sinnvoll ergänzen. So entstehen Lösungen, die sich an den individuellen Bedürfnissen unserer Mitglieder orientieren.
Als Mitglied im Verwaltungsrat lege ich natürlich den Fokus auf die BAHN-BKK. Gleichzeitig ist mir wichtig, unsere Zusammenarbeit weiterzuentwickeln. Wenn wir unsere Kompetenzen bündeln, schaffen wir nicht nur einen besseren Service für Mitglieder und Versicherte, sondern können sie auch umfassender beraten und begleiten.

pulsprivat: Wie wichtig ist Ihnen das Thema Gesundheit ganz persönlich, und was tun Sie, um gesund zu bleiben?
Michael Knaup: Für mich ist Gesundheit die Basis für ein gutes Leben. Häufig weiß man sie erst dann zu schätzen, wenn man einmal erkrankt war. Deswegen ist das Thema Prävention für mich einer der wichtigsten Bestandteile in der Gesundheitsvorsorge. Jeder, der mich kennt, weiß außerdem: Ich bin ein leidenschaftlicher Läufer. Jeden zweiten Morgen starte ich mit einem Lauf in den Tag. Das hält mich nicht nur fit – es hilft mir auch dabei, den Kopf freizubekommen oder aber ganz bewusst meine Gedanken zu ordnen.
pulsprivat: Welche Trends sehen Sie für die kommenden Jahre, was muss eine moderne Krankenkasse für Sie ganz persönlich leisten können?
Michael Knaup: Die Gesundheitsversorgung wird in den kommenden Jahren digitaler, vernetzter und individueller werden. Digitale Technologien – von modernen Serviceplattformen bis hin zu Anwendungen auf Basis künstlicher Intelligenz – werden dabei helfen, Prozesse zu vereinfachen, Wartezeiten zu verkürzen und den Zugang zu Leistungen für Versicherte komfortabler zu gestalten. Gleichzeitig wird Prävention weiter an Bedeutung gewinnen. Es geht nicht mehr nur darum, Krankheiten zu behandeln, sondern Menschen dabei zu unterstützen, gesund zu bleiben.
Eine der größten Herausforderungen wird dabei der demografische Wandel sein. Die Lebenserwartung der Menschen steigt. Gleichzeitig verlassen die geburtenstarken Jahrgänge zunehmend den Arbeitsmarkt. Das erhöht den Druck auf das Sozialsystem und stellt auch die Kranken- und Pflegeversicherung vor große Herausforderungen. Umso wichtiger wird es sein, die vorhandenen Ressourcen intelligent einzusetzen. Eine konsequente Digitalisierung der Prozesse kann dazu beitragen, die Versorgungsqualität zu sichern, Personal zu entlasten und die Finanzierbarkeit des Systems langfristig zu stärken.
Für mich persönlich muss eine moderne Krankenkasse deshalb drei Dinge verbinden: menschliche Nähe, digitale Einfachheit und wirtschaftliche Stabilität. Viele Anliegen möchte ich als Kunde unkompliziert und digital erledigen können. Wenn es aber um wichtige Gesundheitsfragen geht, bleibt ein kompetenter persönlicher Ansprechpartner unverzichtbar.
pulsprivat: Hatten Sie ein persönliches Aha-Erlebnis, das Ihren Blick auf die Themen Gesundheit und/oder Prävention verändert hat?
Michael Knaup: Vor ungefähr einem Jahr hatte ich einen Unfall, und es stand der Verdacht auf Verletzung der Halswirbelsäule im Raum. Glücklicherweise hat sich dieser Verdacht nicht bestätigt, und es blieb bei einem Schlüsselbeinbruch. Dennoch war das ein Moment, der mir sehr deutlich vor Augen geführt hat, wie schnell sich das Leben von der einen auf die andere Sekunde verändern kann. Ich bin den Helfern vor Ort an der Unfallstelle, aber auch der Uniklinik Köln und meinen Physiotherapeuten bis heute sehr dankbar. Sie haben mir geholfen, wieder vollständig gesund zu werden. Heute kann ich sagen: Ich bin wieder der Alte.
Dieses Erlebnis hat meinen Blick auf Gesundheit und Prävention geschärft. Natürlich kann man nicht jedes Risiko vermeiden. Aber man kann viel dafür tun, die eigenen Voraussetzungen für ein gesundes und aktives Leben zu verbessern. Regelmäßige Bewegung, eine bewusste Ernährung und Vorsorge sind für mich deshalb keine Pflichtübungen, sondern Investitionen in die eigene Lebensqualität.
In solchen Situationen wird einem auch bewusst, wie wichtig ein verlässliches Gesundheits- und Sozialsystem ist. Ähnlich wie bei einer Versicherung erkennt man den wahren Wert oft erst dann, wenn man Unterstützung tatsächlich benötigt.
pulsprivat: Wenn Sie einen Tag komplett frei hätten, wie würde Ihr ganz persönlicher „Gesundheitstag“ aussehen?
Michael Knaup: Mein idealer „Gesundheitstag“ wäre ganz einfach: Ich würde mit einem Lauf am Morgen starten und danach in Ruhe ein gesundes Frühstück mit meiner Familie genießen. Anschließend würde ich viel Zeit in der Natur verbringen – ohne Termindruck und möglichst ohne Blick auf das Handy. An einem solchen Tag würde ich mir auch bewusst Zeit nehmen, um in einem guten Buch zu lesen. Lesen hilft mir, neue Perspektiven kennenzulernen, Gedanken schweifen zu lassen und Abstand vom oft sehr dynamischen Alltag zu gewinnen.
